Auch dieses Netzwerktreffen war geprägt von lebhaftem Interesse. So fanden 36 Netzwerker*Innen den Weg nach Jena. Die weitesten Anreisen erfolgten aus Eggesin (450 km) und Pirmasens (447 km). Zunächst erfolgte eine Vorstellung des Gefahrenabwehrzentrums durch unseren Netzwerker, Wilfried Schau. Herr Schau ist Fachkraft für Arbeitssicherheit der Berufsfeuerwehr Jena. Er erklärte, dass am Standort in Jena ca. 175 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Ein Brandopfer leidet u.a. an einer Vergiftung. Neben der unverbrannten ausgeströmten Ursprungschemikalie können bei Bränden in unbegrenzter Zahl Zersetzungs-produkte frei werden. Die Zusammensetzung der Brandgase ist abhängig von der Art des verbrannten Materials, von der Sauerstoffzufuhr, von der Höhe der Feuertemperatur und der Dauer des Brandes. Von den heute bekannten etwa 5000 giftigen Bestandteilen eines Rauches sind für die akute Behandlung einer Rauchvergiftung folgende Noxen relevant. Diese entsteh en insbesondere durch die Verwendung stickstoffhaltiger organischer Substanzen wie Wolle, Kunststoffe u.a. in Wohnungseinrichtungen, Büros, Fabriken und auch Autos. Herr Ludwig, von der Berufsfeuerwehr der Stadt Jena, hat einen reichen Erfahrungsschatz nicht nur bei der Brandbekämpfung, sondern auch über Gefährdungen durch Brandgase und das eindrucksvoll erläutert.
Im Anschluss informierte uns Herr Krenitz als Fachplaner für den vorbeugenden Brandschutz zur neuen Technischen Regel für Arbeitsstätten: ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge.
Anschließend fuhren wir zur Feuer- und Rettungswache Süd. Hier konnten wir den Übungscontainer mit seinen 36 m Kriechstrecke besichtigen. Die Feuerwehrleute machen das mit einem Atemschutzgerät auf dem Rücken! Er dient der Ausbildung von Feuerwehrleuten und der Feststellung der gesundheitlichen Eignung der Atemschutzträger. Im Anschluss wurde uns gezeigt, wie getragene Schutzkleidung gereinigt und der Atemschutz nach dem Einsatz aufgefüllt wird.
Den Abschluss bildete Herr Wiegmann mit seinem Vortrag: „Virtuelle Brandbekämpfung“, in dem er das System „safe-ex“ vorstellte.