Das Treffen im 4. Quartal 2023 wird vor allem der Netzwerkorganisation gewidmet.
Wir wollen die zukünftige Organisationsstruktur des SiFa-Netzwerkes ab 2024 vorstellen und in verschiedenen Themengruppen die Weiterentwicklung des Netzwerkes vorantreiben. Es wird folgende Gastvorträge und Aktionen geben:
Themennetze im Arbeits-und Gesundheitsschutz; Frau Bliss; DIE e.V.; Bonn
Erfahrungsbericht: Gesundheitsschutz für die Führungskräfte von morgen, Frau Hörrle; FZI Forschungszentrum Informatik; Karlsruhe oder (Frau Emsel von BGHM) zum Schlauen Fuchs Sicherheitspreise (BGW? und BGHM)
Workshop zur Klassifikation von Persönlichkeitstypen, Frau Petersohn
Das kommende Netzwerktreffen im 3. Quartal 2023 hat einen branchenspezifischen Schwerpunkt. Folgende Themen sind geplant: Vortrag zur Evakuierungsübung Intensivstation Firmenrundgang mit Aspekten zu Neu- und Umbau im Bestand, Bettenaufbereitung durch Roboter (ohne Chemie), b iologisch wirksames Licht, Rohrpostzentrale (war auch in der Sendung mit der Maus vom 16.4.23) sowie Notersatzanlagen Experimentalvortrag Brände + Explosionen Organisation von Mitarbeiterkriseninterventionsteams Bitte senden Sie uns Ihre Rückmeldung für die Teilnahme bis zum 08.09.2023, an: sifa-netz[at]hotmail.de. Wir haben eine Teilnehmerbegrenzung auf 30 Teilnehmer.
Im April 2023 trafen wir uns im Turmzimmer Bistro der Vieneta am Strömthaler See, bei Leipzig. Der Störmthaler See ist ein südlich von Leipzig gelegener künstlicher See und war ein Tagebaurestloch. Er entstand durch die Flutung des Südostteils des ehemaligen Braunkohletagebaus Espenhain. Das Turmzimmer war die ehemalige Leitwarte des Tagebaus. Von hier aus hatten wir einen wunderbaren Blick über den Strömthaler See bis hin zur Vineta. Einem Denkmal für die überfluteten Orte und ein exklusiver schwimmender Veranstaltungsort. Als erstes stand auf unserer Agenda ein Vortrag über die Organisation der Wasserrettung. Herr Kösters von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) berichtete uns, dass die DLRG 1913 in Leipzig gegründet wurde und sie in Sachsen 4.000 Mitglieder haben. Die Tätigkeitsbereiche der DLRG sind: Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern, Sanitätsdienst, Wasserrettungsdienst und viele weitere. Nun wurden uns die Aufgaben der Wasserrettung erläutert, die vom Besitzer oder Betreiber, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht eines Gewässers organisiert werden muss. Zu nennen ist u. a. die Rettung von Menschen und Tieren aus Wasser- und Eisgefahr, die sani-tätsdienstliche Versorgung und ggf. Tauchaufgaben. Nach einer Pause ging es um den Austritt von Gefahrstoffen in Gewässern und deren Beseitigung durch den Einsatz von Ölsperren. Dieser Vortrag wurde von unseren Netzwerker Wilfried Schau von der Feuerwehr der Stadt Jena gehalten. Er zeigte u.a. ein Video in dem die Ölentsorgung bei der Hochwasserkatastrophe vom Ahrtal organisiert wurde. Vielen Dank an die Firma Denios SE, welche jedem Teilnehmer eine Auswahl von Bindemitteln/Textilien zur Verfügung stellte. Herr Nolte, Geschäftsführer der Firma AX-lightness composites stellte uns die von seiner Firma entwickelte und vertriebene Wirbelsäulenstütze Thorax -SSM vor. Das Thorax Modul ist eine Wirbelsäulenstütze mit Rückenführung vom Beckeneinsatz bis zu den Schultern. Es dient der Unterstützung bei langem Stehen, Sitzen, Laufen oder bei Hebearbeiten. Beim Heben von Lasten oder Halten von Teilen unterstützt der Thorax -SSM die Wirbelsäule durch seine Traglastoptimierung. Die Muskulatur wird aktiv gelassen, damit sie nicht abgebaut wird.
Auch dieses Netzwerktreffen war geprägt von lebhaftem Interesse. So fanden 36 Netzwerker*Innen den Weg nach Jena. Die weitesten Anreisen erfolgten aus Eggesin (450 km) und Pirmasens (447 km). Zunächst erfolgte eine Vorstellung des Gefahrenabwehrzentrums durch unseren Netzwerker, Wilfried Schau. Herr Schau ist Fachkraft für Arbeitssicherheit der Berufsfeuerwehr Jena. Er erklärte, dass am Standort in Jena ca. 175 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ein Brandopfer leidet u.a. an einer Vergiftung. Neben der unverbrannten ausgeströmten Ursprungschemikalie können bei Bränden in unbegrenzter Zahl Zersetzungs-produkte frei werden. Die Zusammensetzung der Brandgase ist abhängig von der Art des verbrannten Materials, von der Sauerstoffzufuhr, von der Höhe der Feuertemperatur und der Dauer des Brandes. Von den heute bekannten etwa 5000 giftigen Bestandteilen eines Rauches sind für die akute Behandlung einer Rauchvergiftung folgende Noxen relevant. Diese entsteh en insbesondere durch die Verwendung stickstoffhaltiger organischer Substanzen wie Wolle, Kunststoffe u.a. in Wohnungseinrichtungen, Büros, Fabriken und auch Autos. Herr Ludwig, von der Berufsfeuerwehr der Stadt Jena, hat einen reichen Erfahrungsschatz nicht nur bei der Brandbekämpfung, sondern auch über Gefährdungen durch Brandgase und das eindrucksvoll erläutert. Im Anschluss informierte uns Herr Krenitz als Fachplaner für den vorbeugenden Brandschutz zur neuen Technischen Regel für Arbeitsstätten: ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge. Anschließend fuhren wir zur Feuer- und Rettungswache Süd. Hier konnten wir den Übungscontainer mit seinen 36 m Kriechstrecke besichtigen. Die Feuerwehrleute machen das mit einem Atemschutzgerät auf dem Rücken! Er dient der Ausbildung von Feuerwehrleuten und der Feststellung der gesundheitlichen Eignung der Atemschutzträger. Im Anschluss wurde uns gezeigt, wie getragene Schutzkleidung gereinigt und der Atemschutz nach dem Einsatz aufgefüllt wird. Den Abschluss bildete Herr Wiegmann mit seinem Vortrag: „Virtuelle Brandbekämpfung“, in dem er das System „safe-ex“ vorstellte.